Der Mönch mit der Klatsche

Eine Krimi-Komödie frei nach Edgar Wallace

Mit Michaela Schaffrath, Stefan Keim

Londoner Nebel mit Schuss
Ein Desaster bahnt sich an: Das Theater ist voll, aber das gesamte Ensemble steckt samt Bühnenbild im Stau auf der Autobahn fest. Die 856. Vorstellung des Gruselschockers „Der Mönch mit der Klatsche“ droht zu platzen und die dringend nötigte Abendeinnahme auszufallen. Nur Regieassistentin Karin Tor und Requisiteur Klaus Konski sind im eigenen Auto vorausgefahren und pünktlich vor Ort. Was tun? Nicht ganz freiwillig wagen sie das Äußerste: Sie haben die Vorstellung ja viele Hundertmal gesehen, kennen jeden Satz und jede Geste. Warum also nicht selbst in die Rollen schlüpfen? Ausgestattet mit ein paar Kostümen und spärlichen Requisiten tasten sie sich an die Figuren heran. Im Nu haben sie sich freigespielt und los geht es. In wilder Improvisation springen sie von Rolle zu Rolle und zaubern eine überdreht irrwitzige und rasant komische Krimishow auf die Bühne, die immer haarscharf am Scheitern entlangschrammt.
Trotz der waghalsigen Wendungen schaffen die beiden das Unmögliche und lassen – sehr zum Vergnügen eingefleischter Edgar-Wallace-Fans – die unvergessenen Gestalten der berühmt-berüchtigten Schwarz-Weiß-Klassiker einen nach dem andern wiederauferstehen, sei es der wahnsinnige Mörder, der skurrile Butler, eine Jungfer in Nöten und der liebenswerte, etwas schusselige Scotland Yard Ermittler.
Ein wunderbarer Thriller-Spaß mit Nostalgieeffekt und eine rasante Parabel auf die unmöglichen Aufgaben, die das Leben selbst uns manchmal stellt, mit zwei begeisternden Darstellern, die um ihr Überleben spielen.

Edgar Wallace, Bonvivant und Workaholic
Als 1967 „Der Mönch mit der Peitsche“ in den bundesdeutschen Kinos anlief, weilte Edgar Wallace (1875–1932) bereits seit fünfunddreißig Jahren nicht mehr unter den Lebenden. Der unersättliche Genussmensch Wallace rauchte 80 Zigaretten pro Tag und trank dazu vierzig Tassen gesüßten Tee, was selbst eine robuste Natur auf Dauer nicht verkraftet hätte. Er starb 1932 in den USA an den Folgen einer Lungenentzündung, als er gerade an einem neuen Projekt arbeitete, das Kinogeschichte machen sollte: King Kong. Immerhin schaffte er es noch, das Gerüst der Geschichte und den Namen des Riesenaffen zu prägen. Zuvor hatte der passionierte Journalist, Glücksspieler, Besitzer eines Pferderennstalls und Autonarr bereits über 150 Romane, Erzählungen und Drehbücher verfasst sowie bei der Verfilmung seines eigenen Buchs „The Squeaker“ („Der Zinker“) 1930 Regie geführt.

Pressestimmen
Der bekennende Wallace-Fan Stefan Keim, besser bekannt als Kulturjournalist, aber auch als Schauspieler eine Wucht, mixt nicht nur Motive aus diversen Werken des „King of Thriller“ zu einem irren Cocktail, sondern lässt auch die Stars des düsteren Leinwand-Universums auf die Bühne zurückkehren. Soviel sei verraten: Es gilt die alte Weisheit: „Mörder lügen nicht.“ Ein köstlicher Krimi-Spaß … Nach neunzig Minuten vergnügt entspannter Beifall aus dem ausverkauften Zuschauerraum.
BONN Elisabeth Einecke-Klövekorn, General-Anzeiger, 24./25. Oktober 2020.

Der Mönch mit der Klatsche

Rollstuhlfahrerplätze über 0421 36 36 36 und an allen Nordwest-Ticket-Vorverkaufsstellen erhältlich.

Regie: Horst Johanning
Animation: Martin Bross
Kostüme: Anja Saafan