Entertainment at it’s best – Tom Gaebel und seine Band ziehen alle Register

Beitragsbild Entertainment at it's best - Tom Gaebel im Metropol Theater Bremen„…and I did it my way!” Nicht erst mit diesen letzten Tönen des Sinatra-Klassikers brandet Riesen-Applaus auf im Bremer Metropol-Theater. Es ist viertel nach zehn, die zweite Zugabe, und zuvor hat Tom Gaebel alias „Mr. Swing“ bereits alle Register gezogen und seinem Ruf als fingerschnippender Meister der Lässigkeit (und vor allem: als sehr guter Sänger!) alle Ehre gemacht. Und „seinen Weg“ geht der 44jährigen Crooner – ganz wie sein großes Vorbild – natürlich auch in diesem Konzert.

Denn Gaebel, das wird auch an diesem Abend schnell deutlich, ist seinem Ruf der Anfangszeit als reiner Swing- und Jazz-Interpret mit großem Sinatra-Faible (und ähnlicher Stimme) längst entwachsen – auch wenn diese Nummern immer noch ihren festen Platz im Programm haben. Er startet mit zwei Songs aus dem aktuellen Album „Perfect day“, der Survivor-Coverversion „Eye of the Tiger“ und „Feels like home“, und gibt damit die Richtung für den ersten Teil des Abends vor, der sich zwischen Pop, Bossa Nova-Sound und natürlich Jazz und Swing bewegt. „Ich bin total perfektionistisch geworden, was meine Platten betrifft“, erzählt Tom Gaebel im Interview kurz vor dem Konzert, „die bleiben ja für die Nachwelt, insofern müssen sie so gut wie nur möglich werden.“Blogbeitragsbild für Konzert Nachbericht Tom Gaebel (Mr Swing) am 25.10. im Metropol Theater Bremen

Für die Konzerte gelte der Anspruch des „Bestmöglichen“ natürlich auch – wenngleich hier, so Gaebel, aber ganz klar der Spaß im Vordergrund stehe: „Da darf dann auch mal Spontanes passieren“. Diese Haltung ist im Konzert deutlich zu spüren: Sofort nimmt er Kontakt zum Publikum auf, berichtet von seinem Freimarkt-Besuch am Nachmittag („für 30 Euro habe ich zwei Rosen bekommen“) und bezieht häufig in frotzelnder Form auch seine Band-Kollegen schnell mit ein – unter anderem seinen Bruder Denis am Saxofon und einen Bremer an den Percussions, der sein „Heimspiel“ sichtlich genießt.

Überhaupt die Band: Acht Musiker hat Gaebel dabei, und die machen ihren Job richtig gut, dürfen sich immer wieder mal auch solistisch austoben. Der in Ibbenbüren aufgewachsene Entertainer und Bandleader, der auch selbst mal zur Posaune greift, gibt seinen Musikern sehr viel Raum; so darf dann auch mal ein Mitglied der Bläser-Fraktion mit ihm um die Wette croonen, sorgt auch ein Bass-Solo für großen Applaus. Die Band beweist, dass sie alle Stile beherrscht – und legt dabei auch eine große Lust und Spielfreude an den Tag.

Beitragsbild Tom Gaebel auf der Vorbühne des Metropol Theater BremensUnd Gaebel selbst? Der genießt das Konzert ganz offensichtlich, hat – wie angekündigt – großen Spaß am Musizieren und beweist das auch immer wieder. Auf dieses Konzert in Bremen, in dieser Location habe er sich besonders gefreut, versicherte er bereits kurz vor dem Konzert („eine Spannung ist da , eine positive Spannung“) und auch auf der Bühne glaubhaft – Gaebel spielt geschickt mit dem Lokalaspekt („es macht Riesen-Spaß hier, ich mag die Mentalität“), wenngleich ihm dabei auch ein kleiner Faux-Pas passiert: der große Bremer James Last wird bei ihm nach Hamburg verortet, was ihm kurzerhand ein paar lustig gemeinte Buhs einbringt – es sind die einzigen an diesem Abend, und Gaebel reagiert in der für ihn typischen Art darauf: Humorvoll, mit einem lockeren Spruch. Schon hat er das Publikum zurückerobert, dass er allerdings auch nie wirklich verloren hatte.

Blogbeitragsbild Tom Gaebel & his Orchestra im Metropol Theater BremenDie Zuschauer – rund 400 sind es – gehen bei allen Songs mit, feiern aber am lautesten die Swing-Stücke, und ganz besonders dann doch die Nummern, die Tom Gaebel von „Ol Blue Eyes“ gecovert hat. Das sind einige: „I got you under my skin“, „Fly me to he moon”, das schon erwähnte “My Way“ als Zugabe – und nicht zuletzt das wunderbar vorgetragene „Ol‘ Man River“, großartig begleitet am Klavier, ein absolutes Highlight dieses Abends. Dies gilt allerdings auch für das Tom Jones-Cover „Help yourself“ und für Gaebels Variante von Ennio Morricones „Once upon a time in the west”-Soundtrack: Die Band spielt sich für das energiegeladene, immer weiter steigernde Stück in Höchstform, Gaebel übernimmt den Part der Frauenstimmen (!). Hier beweist der Crooner nicht nur Wandlungsfähigkeit, sondern auch Mut. Das Publikum dankt es ihm mit großem Applaus – wie überhaupt für den ganzen Abend.